Warum habe ich meinen Jagdschein gemacht?

Viele von euch haben mich (oder sich) gefragt, inwiefern Tierarzt/Tierschutz mit jagen vereinbar ist. Und ganz ehrlich, das habe ich mich auch! ⁠

Und deshalb mache ich den Jagdschein. ⁠

Bei kontrovers diskutierten Themen mit vielen Individuen und noch mehr Meinungen finde ich es immer spannend und wichtig, einen komplett neuen Blickwinkel zu finden. Deshalb dachte ich, ich nutze die Zeit und verschaffe mir diesen!⁠

Im Folgenden zähle ich euch einige wenige Tatsachen auf, weshalb es sich meiner Meinung nach schon nach knapp einer Woche gelohnt hat:⁠

Jagen dient dem Erhalt natürlicher Populationen, denn Tiere ohne natürliche Feinde müssen dezimiert werden. Wildkaninchen zum Beispiel können durch die Superfötation schon wieder trächtig werden, bevor sie überhaupt geworfen haben. Dies plus ihre kurze Tragzeit führt dazu, dass 1 Kaninchen 20 Nachkommen in einem Jahr haben kann und oft auch hat. ⁠

Angesprochen wurde von euch auch, der Wolf könnte das ja übernehmen. Theoretisch vielleicht schon (und darauf will ich auch nur kurz eingehen – denn es ist ein riesiges Thema), aber der Wolf frisst immer was er am einfachsten reißen kann. Das sind zum Leid unserer Landwirte, vor allem der biologisch/ökologischen, die auf der Weide stehenden Lämmer oder Kälber und nicht die schnellen Kaninchen.⁠

Abgesehen davon finde ich auch den Abschuss kranker Tiere sehr wichtig. Es gibt leider keine „Waldtierärzte“ die verletzte oder kranke Tiere behandeln und heilen. Dem Wild bleibt damit nur das zum Teil sehr lange Leiden, bis sie sterben. Hier zum Beispiel die Muffelwidder, deren Hörner durch genetische Fehlstellungen in ihren Hals wachsen und lange Schmerzhaft sind, bis ein Tier irgendwann daran stirbt. Auch der Punkt Krankheiten, wie die Fuchsräude oder die marschierende Afrikanische Schweinepest, einzudämmen sind unfassbar wichtige Punkte, aber dazu mehr wenn wir Wildkrankheiten behandelt haben.⁠

Desweiteren kümmern sich Jäger um die Fütterung (Äsung) der Wildtiere, gerade in Zeiten wie jetzt (Wintereinbruch) finden Rehe und andere Tiere kaum Futter.⁠

Der Jäger sorgt durch Wildacker oder platzierte Äsung für das Überleben dieser Tiere. Und trägt hiermit einen erheblichen Teil zum Tierschutz bei.


Aus rein persönlichem Interesse finde ich es gut mich mit der Lebensweise und dem Verhalten nicht domestizierter Tiere auseinander zu setzen, denn im Studium wird dies nur angeschnitten. Als auch, mich mit der heimischen Flora vertraut zu machen.

Und, natürlich, bin ich auch super gespannt was ich über Jagdhundrassen lernen werde um dies in meine Rasseportraits mit aufzunehmen.


Desweiteren finde ich die Vermarktung von Wildbret (also Fleisch von Wildtieren) ethisch bei weitem Vertretbarer als Fleisch aus Massentierhaltungen.


Und, und, und.


Sicher läuft auch hier einiges Falsch und wird nicht richtig kontrolliert (wie in so vielen Bereichen), aber um kompetente Diskussionen zu führen und Probleme anzugehen ist es mir wichtig vom Fach zu sein.




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